Bleigießen :: Glücksfiguren deuten

Einen kleinen Blick auf seine Zukunft erhaschen? Bleigiessen verrät, wie das neue Jahr wird ...

Das Bleigiessen hat an Silvester nicht nur in der Schweiz eine lange Tradition. Wer ist nicht neugierig zu erfahren, was ihm das neue Jahr bringen wird? Natürlich hofft dabei jeder auf ein glückverheissendes Zeichen. Dabei kann man ein bisschen nachhelfen, denn erst einmal müssen die gegossenen Objekte gedeutet werden ... Auf jeden Fall ist es eine Aktion, die viel Spaß in den langen Silvesterabend bringt.

Bleigießen

Traditionen um den Altjahrstag

Wie in den meisten anderen Ländern wird auch in der Schweiz das neue Jahr mit einem ordentlichen Feuerwerk begrüsst, doch viele andere Traditionen sind original schweizerisch. Oft kommen sie allerdings nicht schweizweit vor, sondern sind auf einzelne Kantone oder Regionen begrenzt.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden ziehen am Silvestertag Silvesterchläuse von Haus zu Haus. Damit beginnen sie schon am frühen Morgen. In ihrer bunten Groscht mit den oft reich verzierten Hauben und den geheimnisvoll wirkenden Larven zaudern sie und machen Lärm mit Schellen und Rollen. Übrigens wird in diesem Kanton gleich zweimal ins neue Jahr gefeiert. Dort richtet man sich teilweise noch nach dem Julianischen Kalender, nach dem es erst am 13. Januar so weit ist.

Andernorts wird vom 26. Dezember bis Silvester getrychelt. Jeden Tag ziehen die Trychlergruppen durch die Orte, läuten große Viehglocken und Schellen, teilweise wird auch dazu getrommelt. Der Lärm soll die bösen Geister vertreiben. In Klosters dagegen möchte man nicht das Böse vertreiben, sondern das Glück herbeilocken. Dazu wird am Neujahrstag ein Glücksschweinrennen veranstaltet.

Auch im Berner Oberland gibt es einen Umzug, den Altjahresu (Altjahr-Esel), bei dem ein Esel die zentrale Rolle spielt. Er verkörpert das alte Jahr und wird für all das verprügelt, was schlecht gelaufen ist. Keine sehr dankbare Rolle!

Viele feiern Silvester in der Schweiz auf einer öffentlichen Party oder im Freundeskreis. Dabei kommt oft Raclette oder Käsefondue auf den Tisch. Hinterher wird gerne in grosser Runde beim Bleigiessen ein Blick ins neue Jahr geworfen.

Schon die alten Römer taten es: Bleigiessen

Die Römer, die die Bleiverhüttung beherrschten, waren vielleicht nicht die Ersten, die diese Kunst nutzten, um in die Zukunft zu sehen, aber bei ihnen spielte es neben anderen Orakel-Formen eine wichtige Rolle. Mit ihnen verbreitete sich das Bleigiessen in Europa. Heute wird es in der Schweiz vor allem am Silvesterabend durchgeführt, wobei es niemand so ernst nimmt wie die Römer. Es handelt sich um einen lustigen Zeitvertreib, was dabei herauskommt, spielt meist eine weniger wichtige Rolle.

Wie funktioniert Bleigiessen?

Es ist wirklich ganz einfach: Man nimmt ein Stück Blei, legt es auf einen alten Löffel, hält diesen über eine Kerzenflamme und wartet, bis das Blei flüssig geworden ist. Dann schüttet man es mit Schwung in eine Schüssel mit kaltem Wasser, wo es sofort erstarrt. Gießt man zu langsam, erhält man viele einzelne Tropfen oder ähnliche kleine Objekte.

Da Blei giftig ist, werden heute meist Zinn-Blei-Legierungen verkauft. Wer auf Nummer sicher gehen möchte nimmt Zinn, auch Wachs ist möglich.

Was bedeutet meine Figur?

Nun kommt es zum schwierigsten Teil, der Deutung. Schauen Sie sich das gegossene Objekt gründlich von allen Seiten an und entscheiden dann, was es wohl darstellt. Dann schlagen Sie die Deutung nach und erfahren, was das neue Jahr für Sie bereithält. Unter den 1111 Objekten, die hier gedeutet werden, ist sicherlich auch das dabei, was Sie gegossen haben.

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